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Patan
Pokhara und Umgebung
Changu Narayan
Bodnath
Swayambhu
Pashupatinath


Patan

In Nepal gab es bis zum 17. Jahrhundert vier separate Königreiche, eines davon war Patan. Ein anderer Name für Patan ist auch Lalitpur, d.h. Stadt der Schönheit (schöne Steinmetzarbeiten).Wenn man das Zentrum der alten Stadt betritt, befindet sich gleich rechts der alte königliche Palast. Innerhalb des alten Palastes befinden sich drei Innenhöfe, der erste ist
nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, den zweiten und dritten kann man besichtigen. Von den beiden Innenhöfen, die man besichtigen kann, ist der zweite sicherlich der Wichtigste. In diesem Haupthof des Palastes werden zur Zeit des Dasain Festivals viele rituelle Opfer gebracht. Die Opferstelle befindet sich in der Mitte des Innenhofes:

Im Innenhof befindet sich auf der rechten Seite der Tempel der Göttin Taleju (einer Reinkarnation der Göttin Kali). Die Taleju ist die Beschützerin der königlichen Familie und die Kumari ist ihre lebende Göttin. Dieser Tempel ist mit einem großen goldenen Tor verschlossen, das von den Priestern zur Dasain Festival Zeit geöffnet wird. Über dem Tor befindet sich ein Halbkreis (Torana) mit verschiedenen Figuren, die symbolisch das Universum darstellen. In diesem Torana ist jeweils die Gottheit dargestellt, die den Tempel bewohnt. Auf dem Torana gibt es viele Darstellungen von Schlangen und Krokodilen, um die Wichtigkeit des Wassers zu symbolisieren.

Am Tor steht rechts die Darstellung der Ganga auf einer Schildkröte als Symbol für langes Leben, und links die Jamma auf dem Krokodil als Symbol für die Kraft und Wichtigkeit des Wassers im Universum.

Rings um den Innenhof ist das Dach gestützt mit Streben, die vielfältig geschnitzt sind und Darstellungen von Hindugöttern zeigen, die mit vielen Armen Waffen tragen. Die Waffen sollen symbolisch zeigen, daß damit das Ego getötet werden soll.
Die Fenster sind wunderschön geschnitzt aus besonders kostbarem Hartholz (dem Holz des Salbaumes aus dem Terai). Die Dächer sind an den Rändern über und über mit kleinen Glöckchen behängt. Die durch den kleinsten Windhauch erzeugten Glockenklänge sollen die Atmosphäre reinigen.

Außerhalb des Königspalastes sind viele Tempel, die verschiedenen Göttern und Göttinnen des Hinduismus geweiht sind und vor dem 17. Jahrhundert entstanden.

Dem Königspalast gegenüber liegt z.B. der Krishna Tempel mit einer Kuppel wie eine Moschee.

Die große Glocke, die sich dort befindet, wurde in alten Zeiten zur Übermittlung von Informationen benutzt: wenn die Bürger Informationen für den König hatten, läuteten sie die Glocke.

Neben dem Krishna Tempel liegt der Hari Hara Tempel, der dem Shiva geweiht ist (Hari=Vishnu, Hara=Shiva). Er hat drei Stockwerke und ist im Pagodenstil gebaut. Überall befinden sich Glöckchen und er entstand vor dem 17. Jahrhundert. Vor dem Portal stehen zwei Steinelefanten, die mit Ketten festgebunden sind. Das hat tantrische Bedeutung und heißt, daß sie durch tantrische Kraft gebunden sind und nicht weglaufen können. Ihre Energie ist sozusagen dort manifestiert. Es heißt, daß, wenn der Vogel von der Säule des Königs Siddhina Nara Simha Malla (siehe Bild 9, unten) wegfliegt, die beiden Wächterelefanten in das Königliche Bad gegenüber gehen und das Wasser trinken. Die Quelle des
Wassers des Königlichen Bades ist unbekannt, aber von guter Qualität. Heute ist das Bad für alle nutzbar.

Daneben steht ein "Mountain Style Tempel",der der Lakshmi geweiht ist. Er sieht aus wie ein Lingam aus weißem Stein.

Vor dem Lakshmi Tempel ist die Statue des Königs Siddhina Nara Simha Malla auf einer hohen Steinsäule, die von seiner Tochter errichtet wurde. Dieser König war sehr spirituell und Lord Vishnu sehr ergeben, und die Leute glauben, daß er noch lebt. Hinter seinem Rücken richtet sich der Kopf einer Kobra auf. Dort auf dem Kopf der Kobra sitzt
ein kleiner Vogel, und die Leute glauben: wenn der Vogel wegfliegt, stirbt der König. Im Palast bleibt immer ein
Fenster oder eine Tür offen, damit der König zurück kommen kann, wenn er will. Die kleine Figur zu seiner rechten
Seite ist seine Frau.

Neben dem Lakshmi Tempel befindet sich der sehr berühmte Krishna Tempel mit Garuda auf einer Steinsäule davor, der Anfang des 17. Jahrhunderts gebaut wurde.Krishna wird als 5. Inkarnation von Lord Vishnu angesehen. Dieser Tempel ist ganz aus Stein und bestes Beispiel für die Steinmetzkunst der Nepalesen. Er hat 21 Spitzen aus Messing, die vergoldet sind.Auf den Steinfriesen ist die ganze Geschichte Mahabarata und Ramayana dargestellt. Im Hinduismus gibt es vier heilige Schriften, die sogenannten Bedas und Mahabarata und Ramayana sind die fünfte.

Schräg gegenüber vom Krishna Tempel befindet sich das Golden Gate von Patan. In dem Torana sieht man Garuda, der die Schlange frißt. In dieser Darstellung hat Garuda eine Schutzfunktion.

Im Torbalken unterhalb des Torana sind die acht buddhistischen Symbolen (auspicious symbols) dargestellt:
1. der Knoten der Unendlichkeit, 2. Lotosblüte (Reinheit), 3. Schirm (Schutz), 4. Nektar Vase (zum Sammeln des Amrita), 5. Yak Schwänze (als Opfergabe und Reinigung des Raumes), 6. 2 goldene Fische (Lord Vishnus erste Inkarnation), 7. Banner (Siegesfahne), 8. Muschel (Kommunikation, Sound Zeichen der Leere)

Neben dem "Golden Gate" von Patan liegt der dritte Innenhof des Königspalastes. In der Mitte befindet
sich ein kleiner Tempel mit weißem Dach, welcher Lord Vishnu geweiht ist: der sogenannte "Keshab Narayan Chok":
Keshab= Name für Lord Vishnu
Narayan= Name für Lord Vishnu
Chok= Platz, Ort

Im Inneren des kleinen Tempels befindet sich eine in eine Steinplatte gemeißelte Darstellung von Lord Vishnu.
In seinen vier Armen hält er seine vier Werkzeuge: rechts den Stock (Macht, Kraft) und das Rad (das karmische Rad des Lebens), und links die Muschel (damit bläst er über das ganze Land und stellt eine Schwingung des Friedens her) und die Lotosblüte (Reinheit).

Pokhara und Umgebung

Die rund 150000 Einwohner umfassende Stadt Pokhara im Herzen des gleichnamigen, ca. 900 m hoch gelegenen Tales 200 km westlich von Kathmandu, bietet eine vollkommen andere Atmosphäre als die Hauptstadt.
Von Pokhara gesehen ist der Himalaya eine mächtige Bergkette, die, viel näher als in Kathmandu, über den Horizont ragt. Nur ein Vorgebirge trennt Pokhara von der vollen Höhe des Himalaya. Hier beherrschen die mächtigen 8000 m hohen Gipfel der Annapurna Gruppe deutlich das Landschaftsbild im Norden. Während man in Kathmandu überall von hohen Tempeln ist, sind es hier die Berge. Die Gipfel des Annapurna- und des Dhaulagiri- Massivs spiegeln sich dann in den Seen; besonders eindrucksvoll ist der Anblick des "nepalesischen Matterhorns" - des Macchapuchare.

Blick auf das Annapurna Massiv, gesehen vom Aussichtspunkt Sarankot.
Der Aussichtspunkt Sarankot ist ein beliebter Ort, um den Sonnenaufgang zu beobachten. Die Gipfel erscheinen von hier aus zum Greifen nah und der Fewa See liegt einem zu Füßen.
Im Pokhara Tal gibt es drei große Seen. Zwei von ihnen, der Rupa See und der Begnas See liegen etwas östlich der Stadt, während der dritte und größte Fewa See der Mittelpunkt von Pokharas Zentrum ist. Der fünf Kilometer lange See mißt an seiner engsten Stelle 100 Meter und an der breitesten zwei Kilometer. Malerische Dörfer, sanfte Hügelketten mit terrassierten Reisfeldern, subtropische Wälder und die einzigartige Himalaya Silhouette rahmen den See ein und machen den großen Reiz dieses Ortes aus.

 

Changu Narayan

Der schöne historische Tempel von Changu Narayan liegt auf einem Hügel etwa vier Kilometer nördlich von Bhaktapur. Von Nagarkot aus gibt es eine wunderschöne Wanderung durch Rhododendronwälder, bei deren Durchwandern und Anblick man unwillkürlich an die Anwesenheit von Elfen, Feen und Devas glaubt.
Der Tempel wird schon im Jahr 464 n. Chr. in einer Säuleninschrift vor dem Haupttempel erwähnt. In einer wechselvollen Geschichte brannte er ab, wurde aber im 17. Jh. wieder aufgebaut. Der Tempel mit seinen zwei Dächern ist Vishnu ( "dem Erhalter" ) in seiner Inkarnation als Narayan gewidmet. Die Dachstreben stellen Göttinnen mit vielen Armen dar und sind erstaunlich fein gearbeitet. Vor dem Tempel steht eine Garuda Figur,
die aus dem 5. Jh. stammt. Garuda ist der Himmlische Vogel - oder auch Reittier genannt - des Vishnu.

 

Bodnath

Neben dem Swayambhu-Stupa ist Bodnath das bedeutendste buddhistische Heiligtum des Kathmandu Tales. Mit seinen 40 Metern sowohl im Durchmesser als auch in der Höhe ist der Bodnath Stupa sogar der größte Sakralbau dieser Art im Tal. Er liegt an der alten Handels- und Pilgerstraße zwischen Indien und Tibet. Auch bei diesem Bau sind schon von weitem die Augenpaare des Buddha zu sehen. Es fällt vor allem der quadratische Unterbau des Stupa auf, über den sich die Halbkugel und der Turm mit 13 Schirmen erheben. Offensichtlich wurde von seinen Erbauern versucht, zwei kosmologische Ideale zu vereinen: das Quadrat und der Kreis. Der Sockel des Stupa hat die Form eines Mandala und symbolisiert die Erde. Auf dieser vierstufigen Basis sitzt die Kuppel, die das Wasser verkörpert. Der Spiralturm darüber steht für das Feuer und der Schirm darauf für die Luft, während die oberste Spitze den Äther darstellt. Die immer wachenden Augen Buddhas leuchten von der quaderförmigen Basis des Spiralturmes in vier Richtungen. In der Mitte über den beiden normalen Augen ist ein drittes Auge zu sehen. Die Nase ist in Wirklichkeit keine Nase, sondern ist das Zeichen für die Zahl eins und stellt somit die Einheit allen Lebens dar. Die Turmspirale besteht aus 13 Ringen, welche die 13 Stufen auf dem Weg ins Nirwana symbolisieren.

 

Swayambhu

Der Ruf des bedeutendsten Stupas im Kathmandu Tal, der sich auf einem Hügel im Westen der Hauptstadt über den Talkessel erhebt, reicht bis nach Tibet. Der Legende nach soll Manjushri, ein Bodhisattva und Gott des Wissens, dort einen Lotos gefunden haben, als er mit seinem Schwert in die umliegenden Berge schnitt, um den einst das Tal bedeckenden See abfließen zu lassen.
Der Swayambhu Stupa wird als einer der ältesten religiösen Stätten des Tales angesehen, auch wenn die früheste Inschrift erst aus dem Jahre 1129 stammt. Man nähert sich dem Stupa am besten von Osten über eine Treppe mit 365 Stufen. Oben angelangt, schauen einen die Augen Buddhas an, die auf alle vier Seiten des Stupaturmes gemalt sind. Ein Geländer mit 211 Gebetsmühlen umgibt die Kuppel, eine jede trägt das heilige Mantra om mani padme hum (Gelobt sei das Kleinod inmitten der Lotosblüte).
In den Stupa sind Nischen mit Darstellungen der fünf Meditationsbuddhas ( Dhyanibuddhas) nebst bewachenden Reittieren eingelassen. Zwischen diesen transzendenten Buddhas, die auch die kosmischen Elemente Erde, Wasser, Feuer, Wind und Äther verkörpern, liegen Nischen für vier ihnen zugeordnete weibliche Aspekte, die Buddhashaktis.
Aus dem Turm ragen 13 von umliegenden Klöstern gestiftete Türme heraus, dargestellt als sich verjüngende Scheiben, welche Stufen auf dem Weg zur Vollkommenheit und Erleuchtung symbolisieren. Ein zentrales Element des Stupa ist ein hölzerner Pfahl im Inneren, der regelmäßig in größeren Abständen erneuert werden muß.

 

Pashupatinath

Während Swayambhu und Bodnath Zentren des Buddhismus sind und Pashupatinath Mittelpunkt des Shivaismus ist, bilden Changu Narayan und Budhanilkanta kulturgeschichtliche Höhepunkte des Vishnuismus.
Pashupatinath ist nicht nur der bedeutendste hinduistische Tempel Nepals. Er ist auch einer der bedeutendsten Shiva Tempel des gesamten Subkontinents und zieht alljährlich zahlreiche Gläubige aus Indien an, darunter viele Sadhus, jene heiligen wandernden Hindu Männer und Asketen. Shiva ist der Zerstörer und Schöpfer unter den indischen Göttern und hat viele Erscheinungsformen - grausame, zerstörerische, aber auch friedliche, darunter als Pashupati, den Herrn der Tiere. Als Hirte von Mensch und Tier zeigt Shiva in der Gestalt von Pashupati seine angenehmste und kreative Seite.
Das Königreich Nepal soll Pashupati besonders am Herzen liegen, was auch der Grund dafür ist, daß er in jeder Verlautbarung des Königs vorkommt.
An den Flußufern sind Ghats für Feuerbestattungen errichtet worden, denn der Bagmati gilt, genau wie der Ganges in Indien, als heiliger Fluß. Die dem Tempel unmittelbar gegenüberliegenden Ghats sind für die Angehörigen der königlichen Familie vorgesehen. Die vier quadratischen Ghats südlich der Brücken sind für allgemeine Feuerbestattungen vorgesehen, die hier fast ständig stattfinden. Dann kann man sehen wie die Scheiterhaufen vorbereitet werden, die verhüllte Leiche oben drauf gelegt und das Feuer angezündet wird. Diese Zeremonie folgt streng festgelegten Ritualen und wird von den Söhnen bzw. männlichen Angehörigen ausgeführt.